Dorftrottel gesucht … Das poppende Pony

Ü-40 „Jungmann“ mit Ponys und keifender Mutti sucht Frau.
Seine Arbeitskollegen schlugen Ihm osteuropäische „Importe“ vor, doch er vertraute lieber den ohrenbetäubenden Alliterationen eines privaten Senders.

 

Im Frühling begannen die Dreharbeiten mit dem Arbeitstitel „Das poppende Pony“, und sein Vater, scheinbar der einzige in der Familie (abgesehen von seiner Schwester) streikte erst einmal, da er keine Lust hatte und auch weiterhin hat, im Unterschichten-TV vorgeführt zu werden, aber
Ziegenbart-Wally war dem ganzen gegenüber nicht abgeneigt, denn endlich durfte sie Ihre Schwiegermonster-Gene öffentlich ausleben.

 

Unser angehender Unterschichten-Superstar Aki holte seine Angebetete wie es sich für einen ehrlichen Entsorger gehört, mit einem wundervoll mit Plastikblumen übersäten Müllwagen vom Bahnhof ab, und das Netz fragte daraufhin:
„Aus welchem illegalen Genlabor sind die eigentlich alle entkommen?“ und stellte fest:
„Was früher Naddel und der Bohlen, ist heute Akki und Naddi. Nur ohne Talente“.
Schwiegermonster Wally lief ,weil sie mit der Wahl Ihres Sohnes überhaupt nicht einverstanden war, zur Höchstform auf.
Selbst bei Ihrer Friseurin klagte Sie, dass Nadine einfach nicht zu Ihrem Aki passt, und sie es nicht einsieht, dass Aki nun Nadines Leben finanzieren soll, und die twitternde Netzgemeinde vermutete:
„Akis nächster Schritt: Die Mutter in die geschlossene“.

 

Aki störte Muttis Gezeter nicht, denn er schwebte mit seiner Naddi auf Wolke Sieben, und renkte fröhlich knutschend den Unterkiefer aus.
Die Zuschauer waren aufgrund seiner Künste geteilter Meinung, die einen verglichen und meinten seine
Zungenakrobatik würde perfekt zu Miley Cyrus passen, und die anderen waren irritiert und ernsthaft um Nadine besorgt.
„Ich bin mir nicht sicher, ob die sich gerade geküsst haben, oder Essen im Mund ausgetauscht haben“
„Alter Aki, du sollst sie doch nicht essen!!!“
„Das war kein Kuss, das war ein Mordversuch!“
„Die Erdbeeren essen Akki… nicht die Frau!“
„Akki beißt ihr fast den Kopf ab“
„Auf RTL werden schon wieder Menschen gegessen“
Den Preis der goldenen Sauglocke ist Ihm sicher, da besteht kein definitiv kein Zweifel mehr.

 

Dem aufmerksamen Zuschauer entging nicht, dass „Akki der alte Haudegen… jetzt erstmal Nägel mit Köpfen (macht) und unter der Bettdecke an zu fummeln (fängt)“, und schon wieder war das neue Traumpaar in Gefahr, denn „Der Akki packt gleich die Nudel aus, da stürmt sicher jeden Moment die Mutter mit ner Axt das Zimmer“.
Das wäre es sehr schade, denn „Wenn dumm wirklich gut ficken würde, wäre Schwiegertochter gesucht die wahrscheinlich weltweit erfolgreichste Pornoproduktion aller Zeiten“, und so wurden „Akki u. seine Ische. (zu) Deutschlands neuestes Swingerpaar“ gekürt.
Kulinarisch folgte auf die Erdbeeren zum Vorspiel ein standesgemäßer
„toast mit ketchup baaaatz (denn das) is die neue zigarette danach ;)“, und Mutti bestand darauf, dass die nächsten zwei Jahre zwischen dem Münsterland und Aachen gependelt wird.

 

Doch erstens kommt es anders und zweitens als Wally dachte, denn sechs Wochen nach Nadines und Akis ersten Mal musste bereits die Hochzeit geplant werden, denn Nadine ist schwanger.

 

Die Eltern sind not amused, mal abgesehen von der Tatsache, dass RTL den eigenen Geldbeutel schonend nun nicht nur das Kennenlernen sondern auch die folgenden Feste vermutlich dementsprechend ausrichten bzw. unterstützen wird.

 

Und es bleibt weiterhin „interessant“, da Nadines 9jähriger Sohn ein furchtbar unerzogener, nervenaufreibender Rotzlöffel sein soll, wie Akis Vater den Dorfbewohnern in der vergangenen Woche mitteilte, und sowieso und überhaupt sind sie einfach schon viel zu alt für kleine Schreihälse.

 

Nachbarn Hurra, Hurra das Fachwerk brennt! -special-

Donnerstag 23:05 Uhr wir liegen gemütlich im Bett und zappen zur guten Nacht noch eine Runde durch das öffentlich rechtliche TV-Programm, da dringt plötzlich, unerwartet und ohne Unterlaß „Tatütata, tatütata, …“ an unser Ohr.
Weißt Du, was das in der Pampa heißt?

 

DAS heißt:
nix wie raus aus dem Bett, rein in die Klamotten, Kippen, Photoapparate und Schlüssel geschnappt, ab ins Auto und entweder immer der Nase oder dem Feuerwehrauto nach, die Verfolgung muß sofort aufgenommen werden, sonst verpasst man möglicherweise das Beste, sonst kann am nächsten Tag morgen beim Bäcker oder der Tankstelle nicht mitreden, und muß mühsam nachrecherchieren, was da heute Nacht so alles passiert ist.

 

Gesucht gefunden: mitten im Dorf brennt ein kleines Fachwerkhaus lichterloh.
Alle haben es gehört und alle wollen es sehen, alles auf zwei Beinen ist vor Ort oder unterwegs dorthin. Das kann man sich unmöglich entgehen lassen, und man ist bestens versorgt.

 

23:17 Uhr Die sieben Minuten vom Geschehen entfernte freiwillige Feuerwehr trifft wie immer als letztes vor Ort ein, weil der stets fröhlich beschwippste Löschzugfahrer sich im Straßengewirr des 3500 Seelen Dörfchens verfahren hatte.
Business as usual, man erkennt seine Schweine halt am Gang, und Ihn und seine kleine feucht-fröhliche Schwäche nicht anders.
Die etwas kühlen, leicht frostigen Nachtemperaturen werden durch die ausstrahlende Hitze des Brandes für alle Anwesenden erträglich, doch dieser lästige Rauch behindert die eifrig fachsimpelnden Kehlen der anwesenden Zuschauer zunehmend, so dass die daheim geblieben Muttis per Handy, da die Kids nun tief und fest schlafen, mit der Bierbelieferungen beauftragt werden.

 

23:29 Uhr Der erste Durst ist gestillt. Die ersten dorfgemeinschaftlichen, brandtechnischen Tratschergebnisse werden verkündet.
Das Haus stand schon lange leer. Es gehört Anneliese, der Tochter, der vor 14 Jahren verstorbenen Käthe, die aber heute Abend nicht zu Hause war/ist, weil sie mit Ihrem Mann …
An dieser Stelle beginnt das Tuscheln andernorts auch Multiple Choice Test genannt:
Weil sie mit Ihrem Mann
a)     essen gegangen war/ist
b)     im Theater war/ist
c)     im Swingerclub war/ist
d)     eine Dreieckbeziehung mit Derrick führt
Bitte lassen sie Ihrer Phantasie an dieser Stelle freien Lauf, und berücksichtigten sie auch, dass selbst totgesagte länger leben können, als diesen lieb ist.

 

23:51 Uhr Kathrin und Maggy klappen die Kofferraumdeckel Ihrer Kombis hoch, und verkünden mit dem Megaphon „Die Sektbar ist eröffnet“, schließlich haben die treusorgenden Muttis sich das nach dem ganzen Bierkisten schleppen für Ihre Männer redlich verdient.
Bei Kathrin gibt es kistenweise Sekt und Maggy mixt mit Dörte Cocktails. Stösschen!
Die Ladies hatten übrigens beobachtet, dass einige Schmuddelkinder am Abend in dem Hause spielten. Ob da wohl gezündelt wurde, da dass Feuer sich vom Hausflur bis in den Dachstuhl
ausbreitete.

 

0:17 Uhr Die fröhliche Volksfeststimmung im Schein der blau-blinkenden Lichter droht zu kippen! Den Männern knurrt der Magen, denn anderen Menschen bei der Arbeit zuzusehen, macht einfach schrecklich hungrig. Der Koch des Dorfwirts huscht schnell in seine Küche, um Schnitzel zu braten, Toni der Dorf-Italiener wird von Hans und Franz mit seinem Pizzawagen an Ort und Stelle zitiert, und um des Friede, Freude, Eierkuchenswillen werfen die beiden Ladenfrauen Roswitha und Reinhild noch schnell das Waffeleisen an.

 

02:36 Uhr: Die ersten wanken müde von den anstrengenden Ereignissen der Nacht nach Hause
03:08 Uhr: Es ist ruhig. Das Feuer ist schon seit mehr als einer Stunde unter Kontrolle. Die Feuerwehrleute dürfen sich nach gemeinschaftlichen Beschluß der Dorf-Deppengemeinschaft mit den letzten Reste aus der ausgefegten Küche des Dorfwirtes stärken.

 

Freitag, 16:45 Uhr: Das Endergebniss der versicherungsfreundlichen, brandtechnischen Untersuchung liegt mit der Bitte um Weitergabe der stillen Post vor. Brandursache: technischer Defekt in einem seit 14 Jahren nicht mehr bewohnten/“bestromten“ Haus. Wunder geschehen immer wieder!

 

20:15 Uhr: Der abhanden gekommene Einsatzwagen, der voll fahrbereit im Eifer des nächtlichen Gefechtes am Straßenrand vergessen wurde, ist zwei Dörfer weiter gefunden worden.
Der Kleine RTW 0815 möchte bitte abgeholt werden!

 

Fazit: Man muß die Feste feiern wie sie fallen.

 

Nachbarn Das Opa Schnack special

18:45 Uhr die Jungs und ich sind nach einem langen, arbeitsreichen Tag endlich wieder zu Hause, haben Hunger und wollen einfach nur, mal neudeutsch formuliert, ganz in Ruhe eine Runde chillen

 

18:47 Uhr das Telefon klingelt Opa Schnack hat seinen TV verfummelt, ich eile hinüber, bringe das Chaos in Ordnung, und bekomme dafür neben viel jammerndem Gesülze, dass er ein alter Mann ist, eine Tafel abgelaufener Lindt Schokolade für meine Hilfe geschenkt

 

Dieses Spielchen wiederholte sich im folgenden halben Jahr ein bis zwei Mal monatlich, kaum bin ich zu Hause gelandet und Opas TV funktioniert nicht richtig, klingelte zwei Minuten nach meiner Ankunft das Telefon mit der Bitte um Hilfe.
Opa Schnack wusste genau, dass er, wenn er eine Fachbetrieb damit beauftragt hätte, er jedes Mal 25,00 Euro dafür hätte zahlen müssen, was im Vergleich zu einer abgelaufenen Schokoladentafel, für den am Geiz fast erstickenden Opa ein Vermögen ist.
Natürlich hätte sich Opa auch einen vernünftigen, einfach bedienbaren TV locker leisten können, aber für einen solchen hätte der alte Geizhals 250,00 Euro tiefer in seinen Sparstrumpf greifen müssen, was jedoch auch Oma Schnack für pure Verschwendung gehalten hat.
Futterschnute wohnt doch direkt gegenüber, die macht das schon.
Futterschnute hat das Spielchen auch so lange mitgemacht, bis Sie eines Tages den plötzlichen Tod der Fernbedienung diagnostizieren musste, Opa Schnack Ihre Diagnose in Frage stellte, und in einem Fachgeschäft keine Kosten und Mühen scheuend eine Obduktion in Auftrag gab, die zum gleichen Ergebnis kam wie ich, was er mir dann am gleichen Tag telefonisch mitteilte.
Ich bin ein lieber, netter, hilfsbereiter Mensch, aber irgendwann ist wirklich
Schluß, Ende aus die Maus, Feierabend!

 

Und so ignorierte ich fortan in Absprache mit meiner besseren Hälfte seine Anrufe um 18:47 Uhr, 19:13 Uhr, 19:56 Uhr, 20:02 Uhr ab 21:03 Uhr gab er es dann endlich bis zum nächsten Morgen auf, änderte seine Taktik und fing bessere H. beim morgendlichen Brötchen holen ab.
Nur leider ist H. nicht so zuverlässig wie ich, und vergaß dann schon das ein oder andere Mal dem „armen, alten“ Geizhals zeitnah zu helfen.
So ein Pech aber auch, aber mein Mitleid mit diesem lästernden Pack hält sich da doch in extremen Grenzen.

 

Irgendwann kam es dann, wie es kommen musste, auch H. platze der Kragen, auf offener Straße, so dass es alle hinter den Scheiben klebenden Nachbarn unmissverständlich mitbekommen mussten, wies er Ihn freundlich aber bestimmt daraufhin, dass sein TV einfach Schrott ist und bleibt.
Die folgenden Wochen sah ich öfter abends seine Tochter und den Schwiegersohn kurz die Eltern besuchen, doch irgendwann wollte er wieder auf unsere Hilfe zurückgreifen.
H. wollte er wohl erst einmal nicht ansprechen, da der „kleine Vorfall“ auf der Straße wohl nachhaltig gewirkt hatte.

 

8:36 Uhr H. fährt los zum Brötchen holen,
8:37 Uhr das Telefon klingelt, leider ist meine „Ignore-Funktion“ im Bezug auf seine Telefonnummer aktiviert,
9:28 Uhr H. fährt zur Arbeit,
9:29 Uhr das Telefon klingelt, doch meine „Ignore-Funktion“ ist weiterhin aktiviert.
Das Spielchen führte er wie gehabt am Abend fort., und auch am nächsten Morgen lies er nicht locker.

 

Am Nachmittag startete er erfolglose Stufe 2, auch Belästigung am Arbeitsplatz genannt, nur leider konnte er mich, weil ich frei hatte, dort nicht erreichen, so startete er Stufe 3.
Eine sehr unangenehme Stufe die Oma Futterschnute im „armen, alten Mann Jammer-Modus“ belästigen und Dauerklingeln bei uns beinhaltet, was dazu führte, dass sein Flehen endlich erhört wurde, und wir Ihm mitteilten das in ca. 2-3 Tagen abends mal einer von uns bei Ihm vorbeischauen würde.

 

Nun gab es keinen Grund mehr für Ihn Oma oder uns weiter telefonisch oder wie auch immer zu belästigen, allerdings schien Ihm die Gefahr des „WIR“ und einer damit einhergehenden erneuten Thematisierung seines heimischen Elektromülls dann doch zu groß, dass er am Abend den in 2-3 Tagen Termin telefonisch absagte.
Unser Mülleimer schmollt seit dem etwas, da wir diesen nicht wie gewohnt mit abgelaufener Schokolade füttern können, aber da muß der Kleine einfach durch.

 

Nachbarn

Samstagnachmittags in der Pampa, mein Kuchenrezept schreibt 50gr Zucker vor, die mir bis auf 20gr fehlen.
Wie ich es in auch zu Hause machen würde, hüpfe ich in solchen Fällen auf die Schnelle zur Nachbarin, die mir dann ohne viele Worte auf die Schnelle aushilft.

 

„Könnten Sie mir eine Tasse Zucker leihen?“ frage ich Oma Klön „Warum? Die Geschäfte haben doch noch geöffnet! Können Sie sich denn keinen Zucker kaufen?“ erhalte ich schroff als Antwort, und
kaum ist die Haustüre geschlossen, hat Oma Klön den Flurfunk aktiviert.

 

Oma Klön an Opa Schnack:
+++Eilmeldung+++
Futterschnute ist pleite, die kann sich noch nicht einmal mehr Zucker kaufen!

 

Oma Klön beobachtete mit Ihrem Feldstecher die Nachbarn, da Ihre Augen langsam nachlassen, Wer? Wie? abends seine „Unterbüchs“ auszieht, faltet und wohin legt.
Sie weiß alles immer ganz genau, denn ihr entgeht einfach nichts (glaubt sie zumindest :D).

 

Und Opa Schnack, der gut situiert geizige Rentner, hat sich neuerdings ein Beispiel an der Tafel genommen, er fischt täglich die Bildzeitung, die er wegen der Tittenbilder nur heimlich lesen darf, aus dem Mülleimer des Edekamarktes, in dem er jeden Montag um Schweinefutter bettelt, welches er dann in der nicht grunzenden, zweibeinigen Nachbarschaft generös verteilt.

 

Es gab mal einen kleinen Skandal, als ein anonymer Spender ihm eine Woche lang täglich eine druckfrische Bildzeitung mit Herzen versehen in den Briefkasten steckte.
Frau Schnack war not amused, die Tochter von Oma Klön und ein Mädchen namens Futterschnute schon eher.

 

Zur Mittagszeit besucht Opa Schnack heimlich Oma Klön, um mit Ihr bei einem Jägermeister über seinen missratenen Enkel zu lästern, denn der ist trotz psychologischer Hilfe tatsächlich sitzengeblieben.

 

Thema Nr. 1 ist und bleibt jedoch Potenzprotz-Detlef, denn er kann den gelangweilten Rentnern eine Menge „Action“ vorallendingen an den Wochenenden bieten.
Detlef ist zwei Mal geschieden, hat zwei Kinder und lebt allein im Haus seiner verstorbenen Eltern, mal mit oder ohne feste Freundin.
Freitags abends rauscht Miss Piggy aus Hannover an, die
spätestens am Samstagnachmittag wieder fahren muß, denn am Abend besucht ihn Uschi aus dem Pott auf ein Glas Rotwein.
Den Sonntagmorgen beschließen die beiden auf der Terrasse knutschend mit frischen Brötchen, einem Rührei und einem Gläschen Sekt zum Abschied.
Am Nachmittag vögelt *ähem* fliegt die Ex-Frau entweder zu einem Spaziergang mit der gemeinsamen Tochter oder auf ein kuscheliges Stündchen zu Zweit ein, bevor er sich am Abend noch das finale Wochenendnümmerchen auf einem Autobahnparkplatz gönnt.
Mit der Aufarbeitung dieser Vorkommnisse sind Oma Klön und Opa Schnack nun bis zum nächsten Wochenende vollauf beschäftigt.
Schließlich muß die restliche Nachbarschaft detailliert darüber aufgeklärt werden.
Miss Piggy hat ein neues Kleid, und scheint abgenommen zu haben, Uschi hat neues „Spielzeug“ und Dessous mitgebracht, und dann noch der lautstarke Unterhaltsstreit mit der Ex-Frau.
Bald hat Detlefs Wochenend-Show jedoch ein Ende.
Er hat sein Elternhaus verkauft, und ist in eine Eigentumswohnung außerhalb der Pampa gezogen.
Die Finale Sperrmüll-Show ist schon für das kommenden Wochenende angekündigt, aber ich bin mir sicher die „Neuen“ werden bestimmt auch genug zu bieten haben.

 

Wer? mit wem?, wann?, warum?, wieviel? Gott und die Welt stets gewürzt mir einer Prise gelangweiltem Neid statt Nachbarschaftshilfe und dem Motto: „Leben und leben lassen“.
Die Ärzte empfehlen in solchen Fällen „Lasse reden!“, Klatsch und Tratsch gab und gibt es halt schon immer, und wird es auch immer geben.

 

Nur manchmal da kommt mir wirklich die Galle hoch, und zwar richtig!

 

Mittwoch 9:50 Uhr:
mal wieder bin ich mehr als spät dran, und vor mir liegen immerhin noch 8km mit dem Auto durch die Pampa in max. zehn Minuten inklusive Müll wegbringen, die Wuffs im Auto verstauen, und was weiß ich nicht noch alles.

 

Bekanntlich ist bei uns der Hund begraben, aber heute sind sehr viele Autos auf der Straße, eine Ärztin kommt mit Ihrem Köfferchen aus dem Hause eines älteren Nachbarn (87 Jahre).
Sie verstaut das Köfferchen im Kofferraum und geht wieder in das Haus des netten ältern Herren hinein.
Miss Sherlock aka Futterschnute resümiert:
kein Krankenwagen, kein Notarzt, vermutlich Autos der Kinder des Nachbarn vor dem Hause, Nachbar muß in der Nacht friedlich verstorben sein.
Opa „Schnack“, der direkt daneben wohnt schnüffelt ebenfalls zwischen den ganzen Autos umher.
Schade denke ich, für den wäre es besser an der Zeit gewesen.

 

Oma Sherlock berichtet mir gegen 10:30 Uhr:
Pfarrer ebenfalls vor Ort gesichtet, Enkelkinder zur Kenntnis genommen, kann nur der Nachbar sein, da sie die Freundin des Nachbar am Fenster gesehen hat.
Es ist ein schlechter Tag für Oma Sherlock, denn heute nachmittag habe ich frei, da kann sie alles weitere, was heute passieren wird, nicht mehr heimlich von meinem Wohnzimmerfenster aus beobachten, und es brühwarm Ihrer besten Freundin Oma Klön berichten.
Sie weiß nämlich ganz genau, dass ich Nix bis Nix von dieser geballten Ladung Pampa-Schwachsinn halte.

 

13:30 Uhr :
Um das Getratschte, da man von meinem Wohnzimmerfenster aus direkt in die Wohnung des netten alten, verstorbenen Nachabrn schauen kann, weitestgehend einzudämmen, verzichte ich heute auf meinen geplanten DM Einkauf, und fahre direkt nach Hause.
Ich habe gerade die Jungs aus dem Auto geholt, da rennt Opa Schnack auf die Straße, stoppt in der Mitte, reckt seine Hand zur Wohnung des Verstorbenen in die Höhe und SCHREIT:
„DA! DA! TOT!”
Leise aber bestimmt antworte ich nickend :
“Ja, ich weiß.”
Was Ihn allerdings nicht davon abhält mit seinem gestikulierenden Geschreie aufzuhören.
WAS ICH der alten, sabbernden Bildzeitungs-Tittenratte in diesem Moment alles gewünscht habe, schreibe ich hier lieber nicht.
Das überlasse ich an dieser Stelle der Phantasie meiner Leser.
Oma Klön und Opa Schnack sind noch bis heute damit beschäftigt, sich das Maul über die trauernde Freundin zu zerreißen.
Darf sie in der Wohnung bleiben? Kann sie sich die Wohnung leisten? Wird sie von den Erben vor die Tür gesetzt?

 

Während Tochter Klön und Frau Futterschnute überlegen, ob wir vielleicht Oma Klöns Jägermeister mal „tunen“ sollten.
Es gibt doch da so homöopathische Urinbehandlungsansätze, vielleicht helfen die den beiden?